Irrglaube
Da hat sich gerade ein Gedanke aufgedrängt, oder wohl eher ein Spiegel, der nicht freundlich ist, aber ehrlich.
Meine eigene Langspielplatte ist zugegeben, der Mensch das vernunftbegabte Wesen und in x Teilen warum er dieses nicht ist, lakonisch, überheblich - gelebte Nächstenliebe sieht anders aus. Der Lakonismus dabei ein erlerntes Muster, das scheinbar funktioniert - aber unterschiedlich wahrgenommen werden kann.
Und ich habe nicht verstanden wie Menschen so sein können, siehe Facebook-Kommentarspalten, warum dieser Hass, warum diese Ablehnung - wenngleich ich diese zwar aus einer anderen Perspektive doch aber trotzdem indirekt befeuert habe.
Wenn ich die Lösung auch im Kopf habe, macht sie das noch lange nicht richtig. Dieses stelle ich dann auch manchmal gern komplett infrage indem ich binäre Bewertungskategorien spontan ablehne. Was aber zugegeben auch wieder die Ablehnung erhöht.
Was ich von der Welt wirklich weiß, ist ein Mikro-Mikro,…. Ausschnitt und so vollständig er sich auch anfühlt, ist er das nicht, kann er es vielleicht nie sein. Die Chance erhöht sich vielleicht, wenn sie lieber Leser darin was echtes und wahres erkennen, aber trotzdem kann man ihn nicht absolut sehen. Ob das jetzt Haltung ist oder Flucht — keine Ahnung.
Ich schreibe um mich kennenzulernen. Ich habe mich als jemand kennengelernt wo viel Zwang ist, unausweichlich in der Situation. Es geht eben nicht anders, dachte ich immer. Aber es geht anders. Das erkenne ich immer deutlicher.
Wenn es auch merkwürdig ist so distanziert von sich zu sprechen, als hätte ich nichts mit mir zu tun. Wo ich das aber sehr wohl habe. Ich glaube Flucht ist hier ein erlerntes Muster. Ich kann es nicht aushalten, also springe ich raus. Springe ich in die Meta-Ebene, wo es wirklich schön ruhig ist.
Aber was ich damit verhindern will, das ich die Gefühle aushalte, die eben dazugehören, die sich ausleben wollen und sich für richtig oder falsch in der Situation nicht interessieren.
Geschrieben am 13. Juni 2026 um 13:40 Uhr. © 2026 Whisper7. Alle Rechte vorbehalten.

